ALBIN EGGER-LIENZ
(1915 - Wien - 2007) (Striebach 1868 - 1926 St. Justina/Bozen)

MADONNA, um 1920-22
Öl auf Malkarton, 57 x 50,3 cm

Foto © Galerie Martin Suppan

1903 setzte sich Albin Egger-Lienz erstmals mit dem Thema Christnacht (Christnacht, M186, Lienz, Museum Schloss Bruck) auseinander.
Für das Kind war sein 1903 geborener Sohn Fred Modell. Egger-Lienz malte die Christnacht in Westendorf, im Nordtiroler Brixental. 1905 wurde das Gemälde auf der XXXII. Jahresausstellung im Künstlerhaus ausgestellt. Bereits 1917 entstanden Wiederholungen der Heiligen Nacht in Varianten mit Hirten (M392-394).
1921-1925 sind Variationen und Wiederholungen datiert:
M 554, Madonna mit Kind, 1921 (Madonna mit blauem Kleid), Lienz Schloss Bruck, in dem Egger-Lienz das zentrale Sujet der Heiligen Nacht aus 1903/05 aufgreift und die Szene in einer inhaltlichen Konzentration auf Mutter und Kind kompositionell und farblich vollkommen reduziert und zu einer neuen Innerlichkeit gelangt. Der Autor der 1925 publizierten Egger-Lienz Monografie, Josef Soyka, hob bereits die besondere künstlerische Leistung hervor, weil sie mit der herkömmlichen Art des Malens von sakralen Sujets vollkommen bricht.
Heinrich Hammer spricht von rembrandtscher Innerlichkeit.
Im Werkverzeichnis Wilfried Kirschels werden 6 Wiederholungen der Komposition Madonna mit Kind (M554-M559) angeführt sowie eine Lithografie (DG9) und zwei  in Kreide und Aquarell (Z471, Z472). Eine Wiederholung des Motivs, die wie die vorliegende Fassung die Madonna in grünem Kleid zeigt,  wurde als Farbpostkarte des Jugendrotkreuzes publiziert. Das Motiv wurde in zehntausenden Farbreproduktionen verbreitet und zählt somit zu den populärsten Schöpfungen des Malers.
Literatur (Auswahl): Gert Ammann, Albin Egger-Lienz 1868-1926, Museum der Stadt Lienz Schloss Bruck 2010
Wilfried Kirschl, Albin Egger Lienz 1868-1926, Das Gesamtwerk, 2 Bde., Wien 1996